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Die Ainu

Die noch heute auf den Kurilen und dem Nordteil der japanischen Insel Hokkaido lebenden Ainu sind die letzten Nachkommen der UreinwohnerInnen Japans.

Hokkaido

Als in früheren Zeiten die Yüeh-Leute aus China  kamen und siedelten, lebten diese beiden Völker nebeneinander, ohne sich zu vermischen, aber auch ohne sich zu bekriegen - typisch für matriarchales Lebensgefühl. 

Auf den Kurilen-Inseln bewahrten sie ihre Sitten jahrhundertlang unbeeinflusst. Heide Göttner-Abendroth stellte eine klare Zweigeschlechter-Gesellschaft mit geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und wobei Frauen die Organisatorinnen sind.

Alle Tätigkeiten waren je nach Geschlecht unterschiedlich.
Die Männer gingen Jagen und Fischen, hauptsächlich nach Lachs, Wild, und Bären. Die Laichgründe des Lachses gehörte dem Clan. Zudem übten sie das Kriegshandwerk gegen die vordringenden patriarchalen Japaner aus, das aber nicht in ihrer matriarchalen Kultur verwurzelt war, sondern durch den Druck von außen entwickelt und erlernt werden musste. 

Die Frauen waren problemlos imstande, sich, ihre Kinder, die Männer und überhaupt die ganze Sippe selbst zu versorgen, mit dem Sammeln wilder Früchte und des Feuerholzes, dem Bestellen der kargen Felder, dem Herstellen der Mahlzeiten und der Kleidung. Die Jagderfolge der Männer waren eine willkommene Nahrungsergänzung und -abwechslung. 

Ihre Häuser bauten die Ainu in Gemeinschaftsarbeit auf.

Das Liebeswerben ging von der Frau aus. Sie erwählte ihren Mann, bzw. ihre Männer und konnte auch Liebhaber nehmen. Zu Hause verteile die Frau die Arbeits- und sonstigen Aufgaben an die Männer, je nach deren Vorlieben und Fähigkeiten. Bei Entscheidungen war das Einverständnis der Frauen nötig, denn diese waren - modern ausgedrückt - ja die "Teamleiterinnen". Weibliche Angelegenheiten machten hingegen die Frauen unter sich aus.

Das Patriarchat kommt:

Nach der Unterwerfung der Ainu durch die  Japaner im 15. Jahrhundert wurden die Männer aus ihren traditionellen Rollen gedrängt und betreiben seit dem auf ihren Rückzugsgebieten in Hokkaido zusammen mit den Frauen vor allem Landwirtschaft.

Die Ainu verehrten die Göttin in ihren Aspekten als Windgöttin und Feuergöttin, dann die mit Weberei und Geburt verbundene Spinnenfrau, die Erdmutter, die Göttin des Wassers, die Krähengöttin und die Wolfsgöttin. Später gab es auch männliche Götter, wie überall unter missionarischem Einfluss, nämlich einen Bärengott, den Killerwal- und den Eulengott.

Heute wird die alte Religion nur noch von wenigen Ainu ausgeübt, zumindest offiziell.
Auch der Bärenkult, bei dem anfangs der Jagdsaison ein im Dorf großgezogener Bär  - ganz unmatriarchal - erlegt wird, hat nur noch als Touristenspektakel Bedeutung und ist ein drastisches Beispiel dafür, wie durch das Patriarchat Menschen ihren Kult, also ihre Identität  verleugnen und sich korrumpieren lassen.

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