Die Gé-sprachigen Canela-Indianer leben seit altersher in der ökologischen Übergangszone vom amazonischen Tropenwald zum ostbrasilianischen Hochland. Der Grossteil ihres Siedlungsgebietes stellt sich allerdings als eine trockene, sandige, mit Palmen und Büschen übersäte Savannenlandschaft dar. Lediglich entlang der kleinen Flüsse wuchert eine tropische Pflanzengemeinschaft, der sogenannte Galeriewald.
Heutzutage verteilen sich die insgesamt etwa 1200 Canela-Indianer auf zwei etwa 70 km voneinander entfernte Dörfer: Escalvado (Ponto) und Porquinhos. Escavaldo liegt ca. 500 km südlich der Hafenstadt Sao Luis und 80 km von der kleinen Stadt Barra do Corda entfernt. Das Reservat um-fasst ca. 125'000 ha. Im Wirtschaftsgefüge der Canela-Indianer nahmen traditionell Jagd- und Sammeltätigkeit eine vorrangige Stellung ein. Der zeitaufwendige Bodenbau spielte eine untergeordnete Rolle und wurde nur kleinflächig betrieben. Heute ist das zur Verfügung gestellte reduzierte Nutzungsgebiet (Reservat) jedoch zu klein, als dass es z.B. genügend Jagdwild für den Proteinbedarf von 950 Personen liefern könnte. Mit zunehmenden Feldbauaktivitäten erwirtschaften sich die Canela ein wenig Geld für den Erwerb von Hühnern, Schweinen etc. Die Canela-Indianer haben sich eine komplexe Organisation des soziokulturellen Lebens geschaffen, dessen detaillierte Zusammenhänge noch keineswegs hin-länglich geklärt sind.
Ihre Sozialorganisation weist die matriarchale Lebensform auf. Die Religion der Canela-Indianer manifestiert sich - vergleichbar mit anderen Ethnien - insbesondere in der Erzähltradition, in der Gestalt des Medizinmannes und in verschiedenen Ritualen. Alle Canela gehören einer von zwei sich im zeremonialen und sozialen Leben gegenüberstehenden so genannten Moieties an, über die die Heirats- und zeremonialen Beziehungen geregelt werden.

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