
Schottland ist nach der Göttin Scotia/Scota benannt und Irland nach der Göttin Erin/Eriu/Eire bzw. wurde mit ihr gleichgesetzt.
Die irischen Heldensippen hießen nach ihrer Mutter, die Römer berichteten über die weibliche Erbfolge der KeltInnen. In Irland hielt sich, wie bei den keltischen BritInnen, die matrilokale Ehe bis ins Mittelalter.
Es ist wunderschöne weibliche Liebeslyrik überliefert, z.B. diese Verse einer Frau namens Emer:
"Erhebe dich, o wundervoller Aillil, schling die Hand um meinen Nacken: der Anfang von Liebeslust, Mann und Weib im gegenseitigen Kosen. Wenn dir dies nicht genügt, Trefflicher, dann geb ich dir zur Heilung vom Liebesschmerz, Geliebter, von meinem Knie bis zu meinem Nabel alles..."
Solche Verse machen deutlich, dass die Frauen im keltischen Bereich der werbende Teil waren - wie auch beispielsweise in Ägypten und sonstigen Matriarchaten.
Elizabeth Gould Davis berichtet, dass die keltischen Druiden ursprünglich Druidinnen waren und dass noch im 1. Jahrhundert u.Z. die Druiden eine Große Göttin verehrten, deren Heiligtum in einem Eichenhain auf einer Insel im Meer stand.
Keltische Königinnen galten überall als Verkörperung der Göttin, "König und Druide waren der in der Königin verkörperten Göttin untertan." (Elizabeth Gould Davis)
Bis ins 7. Jahrhundert u.Z. gab es in Irland Kriegerinnen - bis die neuen, christlichen Gesetze den Frauen das Tragen von Waffen verboten. 697 verbot ein christlicher Bischof Frauen, sich an Waffenübungen zu beteiligen.
Bei den KeltInnen war die Erbfolge weiblich, die Königinnen verkörperten das Land und die Göttin. Noch in den Sagen um König Artus steht Königin Ginevra/Guinevere für das Land - wer die Königin besitzt, ist König.
Die BritInnen waren sehr lang stark matriarchal geprägt, dass einige von ihnen, die dem römischen Kaiser Claudius als Kriegsgefangene vorgeführt wurden, "weder den Kaiser noch die Hoheitszeichen beachteten, sondern vor Agrippina hintraten und sie, die Kaiserin, allein begrüßten." (Richard Fester) Rom war erstaunt, Tacitus erwähnte diese Geschichte missbilligend.
Bis in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte sind (Krieger-)Königinnen bekannt, so Boadicea, die 60 u.Z. ihr Volk, die keltischen Iceni, gegen die eindringenden Römer führte, und Cartismandua, Königin der BrigantInnen, die 77 u.Z. vom römischen Feldherrn Agricola besiegt wurde.
Die SächsInnen in Britannien (die als letzte auf die Insel gekommen waren und die KeltInnen erobert hatten) wurden zum besonders frauenfeindlichen Katholizismus bekehrt, während die keltisch-christliche Kirche zunächst unabhängig blieb.
936 aber begann der Niedergang auch der bis dahin freien keltischen Frauen, als der britisch-keltische Bischof Conan sich dem römisch-katholischen Erzbischof von Canterbury unterordnete.

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