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Thera (Santorin)

Thera

Kretas Nachbarinsel Thera (heute: Santorin) hatte eine vergleichbare matriarchale, hochentwickelte Kultur. In einem Tempel zeigt ein Fresko drei junge Frauen, ihm gegenüber befindet sich ein Altar mit Kulthörnern und Lilienblüten. Dieser Raum diente zur Durchführung von Initiationen; es gibt keine Hinweise auf irgendwelche grausamen Opferriten.

Hypothetische Rekonstruktion des gesamten Tempelraumes in Akrotiri, Thera. Die Wandmalereien im oberen Bereich zeigen die "Herrin der Tiere", im unteren ist ein Initiationsritus dargestellt. 16. Jahrhundert v.u.Z. (Gimbutas)

Im darüber liegenden Raum sitzt die Göttin auf einem Thronsitz inmitten einer üppigen Vegetation.
Auf einem anderen Wandgemälde sieht man eine Frau - durch Kulthörner vor ihr als hochrangig gekennzeichnet - , die von einem Balkon aus eine "Flottenparade" beobachtet. Ich vermute, dass es ich um die Rückkehr einer Handels- oder Expeditionsflotte oder einen Besuch eines befreundeten Volkes handelt, da es keine Hinweise auf irgendwelche kriegerische Aktivitäten dieser Menschen gibt.

Wie für matriarchale Völker typisch, nahm die Bevölkerung am Kultgeschehen auf öffentlichen Plätzen teil; die Menschen waren nicht ZuschauerInnen, sondern TeilnehmerInnen und Publikum in einem.
Die Gemeinschaft hat das tägliche Leben bestimmt; es wurden Gemeinschaftsküchen und Kommunalbauten gefunden, bei denen sich weder Einzelhäuser noch individuelle Wohneinheiten feststellen lassen.
Wenn dies tatsächlich das Alltagsleben auf Thera war, unterscheidet es sich vom Lebensstil auf Kreta, wo Wert auf die Privatsphäre gelegt wurde.

Auch diese Kultur wurde durch den Ausbruch des Vulkans Thera vollkommen vernichtet.

Irene Fleiss

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